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PostHeaderIcon Fastenzeit – Verzicht als Gewinn? !

Gehen Sie einmal durch eines der großen Warenhäuser und achten Sie darauf, was von dem riesigen Angebot Sie alles n i c h t benötigen! Sie werden erstaunt sein, wie viel das ist, bzw. wie wenig Sie wirklich brauchen von all dem, was es so gibt. Die am kommenden Mittwoch beginnende Passions- und Fastenzeit erinnert auch daran.

Fragen wir uns ruhig einmal:

Worauf habe ich schon verzichtet?

Zu wessen Gunsten?

Was habe, was hatte ich davon?

Sind Lebensfreude und Verzicht Gegensätze?

Bin ich auch frei, auf das Verzichten zu verzichten?

Worauf kann, worauf will ich keinesfalls verzichten?

Wer hat zuletzt für mich auf etwas verzichtet?

Verzichten klingt im Deutschen sehr passiv, wenn Sie „Verzichten“ aber ins Englische übersetzen, müssen Sie sich mit „To do without“ behelfen – „etwas ohne etwas tun“, „ohne etwas auskommen“. Da wird deutlich, verzichten ist eine Handlung, also aktiv. Wer verzichtet will etwas erreichen: für sich oder für andere oder beide.

Fasten, verzichten meint einfach: bewusster leben!

Praktisch gibt es viele Möglichkeiten.

Neben dem oft geübten Verzicht auf bestimmt Lebens- oder Genussmittel und das Fernsehen oder den Computer in den Wochen vor Ostern, kann man z.B. fair gehandelte Produkte kaufen, dann verzichtet man auf einen Teil seines Geldes zugunsten der Erzeuger.

Der/die Vielredner/in kann Schweigen üben oder auf das letzte Wort verzichten.

Der angepasste Mitbürger kann darauf verzichten, es allen und jedem recht machen zu wollen…

 

Wenn sie die Tage vor Aschermittwoch bis Karsamstag zählen, kommen Sie auf vierzig; das will erinnern an Jesu Aufenthalt in der Wüste vor seinem öffentlichen Auftreten (Matthäusevangelium 4, 1-11) – die Sonntage zählen nicht, sie sind immer ein kleines Ostern! Sie können also Ihr Fasten auch beschränken jeweils auf Montag bis Samstag - vielleicht eine Hilfe durchzuhalten!

Vor Jahren haben Kinder der Christenlehre in der Karwoche verzichtet – alle wollten auf Süßigkeiten verzichten, eine haben die sechs Tage durchgehalten, einige nicht, eine Siebenjährige hatte es bis Karfreitag geschafft, da kamen die Großeltern und brachten so leckere Sachen mit! Alle sind gelobt worden und haben es im nächsten Jahr wieder probiert.

In diesem Jahr steht die vor uns liegende Passionszeit unter dem Motto: „Gut genug – sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz…“

Sie müssen nicht verzichten, Sie sind gut genug, kein falscher Ehrgeiz!

Aber Sie dürfen es. Wer verzichtet, erfährt etwas über sich selbst!

 

Pfrn. Christine Jacob, Ramsdorf